Ende Der Aisleng – Ära

Vor 28 Jahren trafen sich der Schotte Stony Waters und der Wolpertshausener Wolfgang Bauer bei dessen Festival zu seinem 30-jährigen Bühnenjubiläum im ‚Kulturpferch’ in Ilshofen- Steinbächle. Danach traf man sich in Bauers Studio, damals noch in Wolpertshausen, um für Waters eine MC aufzunehmen. Schnell merkte man, dass durch die Zusammenarbeit und Ergänzung von Bauers Arrangements in die authentischen Interpretationen des Schotten eine neue Ausdrucksform der keltischen Musik entstand.
Ursprünglich mit Akkordeon und Bodhran, dann mit dem Keyboard, hatte Bauer nun mehr Ausdrucksmöglichkeiten. Die ruhigen Stücke wurden durch die Soundteppiche besser getragen und die Jigs und Reels bekamen durch Bass und Klavierbegleitung einen völlig neuen Groove: der‚Aisleng-Sound’ war geboren.
Im Hebst 1990 gab es auf dem Einkorn in Schw. Hall das erste Konzert und schnell zeigte sich, dass mit dieser Ausdrucksform noch mehr zu machen war.
Philipp Stumpf ergänzte nach kurzer Zeit das Duo mit Geige, Mandoline und Flöten. Der Radius für die Auftritte wurde immer größer, man spielte viele Konzerte im Odenwald – einmal an einem Ort gespielt, schlossen sich in der Umgebung viele Auftritte an.
Eine erste CD wurde produziert und Bauers Studio, jetzt in Elzhausen, war auch gleichzeitig der Proberaum der Band.
Zwei weitere wichtige Musiker kamen hinzu: Hardy (The Piper) Herrmann brachte mit seinen Dudelsäcken und Flöten eine völlig neue Klangfarbe in die Formation und da sich die Auftritte bei den Festivals häuften, war mit Achim Lang am Schlagzeug ein idealer Drummer für diese Events gefunden. Man verstand sich auch im privaten Bereich und so freute man sich immer auf gemeinsame Unternehmungen, auch bei den immer länger werdenden Anfahrten zu den Gigs.
Bei der Ausübung seines Berufes als Klavierstimmer lernte Bauer in Öhringen die Flötistin Hedy Mühleck kennen und man beschloss, Hedy in die Gruppe zu integrieren – und das war nicht nur musikalisch eine tolle Erweiterung. Hedy wurde geehrt mit der nun bereits 5. CD: ‚The maid behind the bar’.

Auch das Team (Ton/Licht-Technik (Juri, Benny), Merchandise (Steffi, Anja, Tanja), Fahrdienst, Grafik, Druck, Internet) war inzwischen gut eingespielt und es machte Freude, mit Allen unterwegs zu sein.

Bei einer irischen Hochzeit auf Burg Hornberg traf man auf eine irische Tanzgruppe der Tanzschule Münch aus Heilbronn. Sechzehn Mädchen machten Step- u. Slowdance und wir konnten fortan diese Gruppe zu unseren Auftritten bei Bedarf dazunehmen. Das waren dann auch die Highlights, wenn das ganze Team mit dem Reisebus unterwegs war.
Sängerin Connie Schuller ergänzte das Team hin und wieder bei den Auftritten. Sie war eine interessante, liebliche Variante zu Stony’s rauem Gesang. Kurzzeitig unterstützte Gesine Zimmermann mit der Fiddle das Ensemble aber aus beruflichen Gründen konnte sie nicht lange im Team bleiben.
Doch man fand wieder einen Geiger (Fiddler). Bauer: „Bei einem Folkfestival in Elzhausen hörte ich, nach Beendigung des offiziellen Programms, einen Fiddler nachts am Feuer, wo bis in die Morgenstunden noch Leute ausharrten und beschloss, ihn am nächsten Tag zu fragen, ob er in der Band mitspielen wollte.“ Er wollte. Christoph Stahl ergänzte nun das Team und die Jigs & Reels bekamen neuen Schwung.
Sehr geehrt fühlten wir uns, als man uns 2004 zum ersten Mal zum wohl besten deutschen Folkfestival mit keltischer Musik nach Bonfeld eingeladen hatte. Einige Tausend Besucher zu bespielen war bombastisch und dieser Event hat uns ganz schön weitergebracht. Drei Tage lebten wir mit vielen Folk-Größen in einer eigens für die Musiker gebauten Zeltstadt und genossen die Bands auf 3 Bühnen.
Zu einem großen, 9-tägigen Triskell-Festival im italienischen Triest hatten wir einen ganzen Abend für uns um die Menschen zu bespielen. Alleine die Bühne war so groß wie anderswo die ganze Halle. Eine ‚steife Brise’ vom Meer her machte uns ganz schön zu schaffen, da der Wind den Sound so unregelmäßig verteilte und alles, was nicht an einem Kabel hing, in die Ferne verstreute. Es gab dort ein großes Gelände mit Aktionen und Ständen. Einen Tag konnten wir noch anhängen und in einem kleinen Fischerdorf am Meer nutzen wir die Kulisse noch für eine Foto-Session.
‚The Blue Step Angels’ nannte sich eine Steptanzgruppe aus Stimpfach. Die hatte soeben einen Wettbewerb im irish Tabdance gewonnen. Aus dieser Gruppe kam nun unser neues Bandmitglied Marina Wüstner. Marina tanzte nun zu unserem Programm bei immer mehr Konzerten.
Es gab nun auch die ersten Radio-Einsätze bei SWR4 (3 Stücke und Interview) und 2008 der erste Auftritt im SWR-Fernsehen. Auf der Burgruine Leofels wurde mit großem Aufwand (fast ein halber Tag für 3 Minuten Sendung) eine Szene gebaut und einige Komparsen ergänzten die Szenerie.
Der 12-jährige Max Gerwien aus Rudersberg verblüffte nicht nur durch sein Alter, auch technisch spielte er hervorragend die Bodhran und alles was percussionistisch einzusetzen war – er durfte hin und wieder bei unseren Konzerten mitspielen und konnte das Publikum durch seine Leichtigkeit und Spielfreude begeistern.
Im Jubiläumsjahr 2010 gab es zum 20-jährigen Bestehen der Gruppe eine Live-Doppel-CD mit Mitschnitten von einem Einkorn-Konzert und einem anderen in der Max-Kade-Halle in Schwäb. Hall.
Insgesamt 10 Alben und 2 DVDs hat die Band inzwischen aufgenommen.
Leider verließen einige Bandmitglieder nach und nach, meist aus beruflichen Gründen die Band. Hedy zog nach England, Hardy zeitliche Engpässe durch seinen Beruf, Christoph zog nach Bielefeld und es war zu überlegen etwas Neues zu machen, oder wieder Musiker zu finden, um weiterzumachen.

Aisleng-Reloaded

Mit Natascha Fehrmann und Robert Bolte fand man zunächst zwei Gesangsstimmen, welche sich gut ergänzten und der Fiddler Markus Ott ergänzte das Team – Drummer Achim Lang war ja noch dabei – und im September 2015 ging’s dann weiter mit einem Sommerabend im Lemberghaus in Schwäb. Hall und es folgten weitere Auftritte mit verschiedenen Solisten.
Doch….
2017 gründete Wolfgang Bauer eine Musikschule für Senioren in Hall. Hieraus ergab sich nun ein Orchester mit 10 Musiker/innen und durch die große Nachfrage nun bereits ein 2. Orchester. Bauer: „Das wird mir jetzt zu viel – ich sollte in meinem Alter (71) etwas runterfahren. Jemand, der das schon mal gemacht hat weiß, wie viel Arbeit es macht, um eine größere Formation unterzubringen und technisch abzuklären und da die ‚Altstars’ meine ganze Power brauchen habe ich mich entschlossen, den Betrieb ‚Aisleng, irish & scottish Folk’ nun einzustellen. “
Es gibt jetzt keine weiteren Aisleng-Konzerte mehr. Wir möchten uns deshalb bei allen Gästen, Besucher, Fans und Mitarbeiter bedanken für die langjährige Treue und Unterstützung. Bedanken auch bei den unzählig vielen Veranstaltern bei denen wir gastieren durften und bei der Presse, die uns immer wohlwollend unterstütz hat.